Beschreibung
Mit Maike Schmidt, Vorsitzende des Klimasachverständigenrates Baden-Württemberg und Wissenschaftlerin am Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung
Klimawandel und Klimaschutz, im Wahlkampf spielten sie keine Rolle, dabei ist die Entwicklung alarmierend: im letzten Jahr lag die durchschnittliche globale Erderhitzung gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter erstmals über 1,5 Grad, das 2015 in Paris vereinbarte Ziel, langfristig auf 1,5 Grad zu deckeln, scheint kaum noch erreichbar.
2023 war mit durchschnittlich 10,7 °C das wärmste Jahr in Baden-Württemberg seit Beginn regelmäßiger Messungen. Die Erwärmung im Land liegt bereits bei 2,7 Grad, da die Temperaturen über den Landmassen stärker steigen als über den Ozeanen ist das kein Widerspruch zum globalen Durchschnitt von 1,5 Grad. Bis 2040 wird der klimabedingte Lufttemperaturanstieg hierzuland rund 3,5 Grad betragen, wenn es nicht gelingt, mit wirksameren Maßnahmen auf globaler, europäischer, nationaler und lokaler Ebene gegenzusteuern, warnen Experten.
Deutschland wird ebenso wie Baden-Württemberg sein gesetzlich verankertes Klimaziel 2030 verfehlen. Trotz Fortschritten bei den CO2 Reduktionen haben wir noch zu viele fossile Brennstoffe in der Industrie, den Gebäuden, bei der Energieerzeugung, zu hohe Zulassungen fossiler Pkw, zu intensiver Landnutzung.
„Mit großer Sorge“ beobachtet der Kima-Sachverständigenrat Baden-Württemberg, dass „gerade klimawandelbedingte Extremsituationen und deren Folgen zunehmend hingenommen werden, statt die dringend erforderlichen, wirksamen Klimaschutzmaßnahmen zur Umsetzung zu bringen“.
Die Vorsitzende des Klimasachverständigenrates und Expertin vom Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoffforschung Maike Schmidt berichtet über Klimawandel und Klimaschutz am Beispiel Baden-Württembergs, wo läuft es gut, wo und warum klemmt es, wo muss die Politik nachlegen? „Die Notwendigkeit einer raschen, zielgerichteten, konsistenten und umfassenden Umsetzung von klimaschutzmaßnahmen im Land ist aus Sicht des Klima-Sachverständigenrats unabweisbar.“ Klimaschutz könne auch Brücken bauen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.
Moderation: Michael Zeiß, Chefredakteur SWR i. R.
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